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Interview mit Luisa Wagner, Doppel-Weltmeisterin im Kegeln




Doppelweltmeisterin Luisa Wagner

 

Gotthard Fürstenfelder von der Sektion Schere/Bohle heute im Gespräch mit der Weltmeisterin und Bundesligaspielerin Luisa Wagner vom KSV Wieseck.

 

Frage:

Luisa, zunächst nochmals herzliche Gratulation zum Aufstieg in die Bundesliga. Bitte geben Sie diese Wünsche auch an Ihre Mitspielerinnen weiter.

Es ist schon eine tolle Leistung die Sie vollbracht haben. Natürlich sind die Leser des Interviews bestrebt mehr von Ihnen zu erfahren, daher möchte ich einige Fragen an Sie stellen.

In welchem Alter sind Sie zum Kegeln gekommen und was hat Sie an diesem Sport begeistert? 

 

Antwort:

Angefangen zu kegeln habe ich mit ca. 7 Jahren. Dazu gekommen bin ich durch meine Familie. Bereits mein Uropa hat schon aktiv gekegelt. Ebenfalls meine große Schwester. Ich bin dann irgendwann mit ihr ins Training gegangen und es hat mir sofort super gefallen. Am besten finde ich, dass man beim Kegeln eigentlich nie alleine ist. Sei es beim Training, bei Wettkämpfen oder Meisterschaften. Man hat immer Leute um sich und lernt auch immer wieder neue kennen. Dabei werden Freundschaften aufgebaut, auch wenn man mehrere hundert Kilometer auseinander wohnt.

Was ich jedoch schade finde ist, dass von Außenstehenden unser Sport immer wieder als Spaß-  und Trinkveranstaltung angesehen wird, obwohl das nicht stimmt. Hier muß noch viel Öffentlichkeitsarbeit geleistet werden, um den Kegelsport richtigerweise als Leistungssport darzustellen.

 

Frage:

Was waren Ihre bisherigen Erfolge und in welchem Alter haben Sie diese errungen?

 

Antwort:

Mit 12 Jahren bin ich das erste Mal Deutscher Meister geworden. Danach folgten mehrere Bezirks-, Hessen- und internationale Titel. Meine größten Erfolge habe ich im vergangenen Jahr (mit 18) errungen, als ich im Einzel und im Paarkampf (mit Svenja Lambert aus dem Saarland) doppelte Weltmeisterin geworden bin. Letzteres sogar mit neuem Weltrekord.

Außerdem war es ein riesiger Erfolg für mich, dass wir dieses Jahr mit unserer Damenmannschaft den Aufstieg in die Bundesliga geschafft haben.

 

Frage:

Wie sieht Ihr Trainingsprogramm aus und wie oft gehen Sie zum trainieren?

 

Antwort:

Normalerweise gehe ich 2 – 3 Mal in der Woche trainieren.

Mittwochs werfe ich eigentlich immer einen normalen Durchgang. Also 120 Wurf kombiniert.

Donnerstags werden wir in Zukunft sogenannte „Forderungsspiele“ machen, um auch im Training mehr Ehrgeiz zu erzielen.

Zur Vorbereitung auf die Bundesliga werden wir sonntags extra Training machen um Kleinigkeiten am Wurf bzw. Anlauf zu verbessern.

 

Frage:

Der Aufstieg in die Bundesliga hat bestimmt einen hohen und bedeutenden Stellenwert in Ihrer sportlichen Laufbahn, welche Holzzahlen haben Sie und Ihre Mitspielerinnen erreicht?

 

Antwort:

Wir sind alle auf den Aufstieg sehr stolz und haben uns sehr darüber gefreut. Es war die gesamte Saison unser Ziel und wir haben hart dafür gekämpft und trainiert. Die Bahnen in Saarbrücken, wo die Aufstiegsspiele stattfanden,  waren sehr schwer und anspruchsvoll. Dementsprechend sehen auch die meisten Ergebnisse aus. Sie sind im Internet nachzulesen.

 

Frage:

Welche Disziplinen liegen Ihnen am besten, Einzel, Mannschaft, Mixed oder Paarkampf?

 

Antwort:

Grundsätzlich spiele ich alle Disziplinen gerne, aber am erfolgreichsten war ich bisher im Einzel und in der Mannschaft (bis auf WM Paarkampf).

 

Frage:

Welche Ziele haben Sie sich für die Zukunft gesetzt?

 

Antwort:

Mein erstes Ziel, das ich für dieses Jahr hatte, haben wir schon erreicht; den Aufstieg in die Bundesliga. Für die nächste Saison wäre es natürlich schön, wenn wir dort ganz gut abschneiden würden.

Als nächstes kommt die Deutsche Meisterschaft wofür ich mich im Einzel und im Sprint qualifiziert habe. Dort hoffe ich gut abzuschneiden.

Und natürlich ist es ein riesiger Traum von mir, nächstes Jahr bei der WM in Brasilien dabei zu sein. Das wird aber sicher ziemlich schwer.

 

Frage:

Gerne würde ich erfahren, wie Sie sich selbst einschätzen.

Was halten Sie persönlich für Ihre besondere Stärke und was ist vermeintlich Ihre eher etwas schwächere Seite?

 

Antwort:

Schwer zu sagen.

Ich denke, eine Stärke von mir ist auf jeden Fall, dass ich nicht aufgebe, sondern immer bis zur letzten Kugel kämpfe.

Eine Schwäche ist, denke ich, dass ich manchmal zu viel von mir selbst verlange und am Ende enttäuscht bin, obwohl es eigentlich keinen Grund dafür gibt, denn meine erbrachte Leistung war durchaus zufriedenstellend.

 

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Luisa, ich bedanke  mich für das Interview, wünsche Ihnen weiterhin viel Erfolg im Kegelsport und bin sicher, dass Sie auch bei der Kegelweltmeisterschaft 2010 in Brasilien nicht nur dabei sind, sondern wieder einen Platz auf dem Siegertreppchen einnehmen werden.