04. Februar 2012
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Schriftführer der Sektion Schere, Gotthard Fürstenfelder, heute im Gespräch mit dem Schiedsrichterausbilder Horst Wimmel
Frage: Herr Wimmel, Sie haben das Amt des Schiedsrichterausbilders inne. Welche Voraussetzungen sind dafür erforderlich?
Antwort: Zunächst, so denke ich, ist es die Liebe zum Kegelsport allgemein, aber auch eine langjährige Erfahrung in verschiedenen Führungspositionen. Weiter sehe ich mit Sorge dem Problem entgegen, dass sehr wenige Sportkameradinnen und Sportkameraden ein Ehrenamt zu übernehmen bereit sind.
Frage: Auf welchen sportlichen Werdegang als Kegler können Sie zurückblicken?
Antwort: Hierbei muß ich mich sehr kurz fassen, denn nach 41 Jahren den Kegelsport Ausübender kommen schon viele Tätigkeiten zusammen. Erwähnenswert sind folgende Daten: 1968 10 Jahre beim KKV im Club 64; 1978 10 Jahre beim TSV Roth-Westen bei Caro 9; 1988 bis jetzt beim KKV. 2003, nach 21 Jahren, habe ich das Amt des „Lehrbeauftragten“ wo ich auch für den Bereich „C-Kader“ verantwortlich war, an Kai Bolte übergeben.
Frage: Zur Durchführung dieser wichtigen Aufgaben muss man Ihnen Dank aussprechen, denn von solchen Vorbildern lebt der Sport. Doch wie ging es dann weiter?
Antwort: Es kamen in den vielen Jahren schon noch mehr Aufgaben auf mich zu. So der Erwerb sämtlicher Trainerlizenzen, also C-Trainer, B-Trainer und A-Trainer und die Schiedsrichterlizenz. Dazu kommen die drei Lizenzen zur Bahnabnahme bei der Sektion Schere und die Aufgaben als deren Obmann.
Frage: Was hat Sie bewogen, neben Ihren vielen Funktionen auch noch dieTrainerlizenzen zu erwerben?
Antwort: Diese Notwendigkeit wurde mir ganz besonders bewusst als ich Jugendwart beim KKV war, übrigens 15 Jahre. Da stellte ich fest, dass Jugendliche den richtigen Bewegungsablauf und das Auf- und Abwärmprogramm nicht beherrschen, zumindest aber zu wenig beachten. Die Folgen dieser Nachlässigkeit sind Knie- und Rückenschmerzen, aber auch Haltungsschäden allgemein.
Frage: War diese Arbeit von Erfolg gekrönt?
Antwort: Ja, sehr sogar. Es waren damals mehr als 60 Jugendliche die von mir ausgebildet wurden. Viele davon wurden Jugendmeister und einige davon sind auch noch heute aktiv dem Kegelsport treu geblieben.
Frage: Was ist der besondere Reiz „Schiedsrichterausbilder“ zu werden?
Antwort: Gerade von einem Schiedsrichter wird fachliches Wissen, Fairness, schnelle Entscheidungsfindung, Neutralität und die vollständigen Kenntnisse der Schiedsrichterordnung erwartet. Daher ist die Schiedsrichterausbildung besonders wichtig. Die Weiterbildung sollte mindestens einmal im Jahr erfolgen und dabei müssen sowohl theoretische wie auch praxisbezogene Übungen durchgeführt und trainiert werden.
Frage: Ab welchem Alter kann man an den Schiedsrichterlehrgängen teilnehmen?
Antwort: Das erforderliche Alter ist 16 Jahre. Dabei wird vor dem Lehrgang erst über die Eignung der Bewerber entschieden.
Frage: Welche Unterstützung wünschen Sie sich für Ihre Arbeit?
Antwort: Es sollten sich mehr Vereine dafür stark machen, dass sich Mitglieder als Schiedsrichter melden. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt ist es so, dass auf Grund des Alters immer mehr Schiedsrichter ausscheiden, neue aber zu wenig nachkommen. Unserem Sport ist nicht damit geholfen, dass gejammert wird weil Schiedsrichter fehlen, vielmehr muss aktiv dazu beigetragen werden, dass sich junge Sportler auch als Schiedsrichter zur Verfügung stellen.
Frage: Haben Sie schon eine Idee, wie Vereinsmitglieder als Schiedsrichter gewonnen werden können?
Antwort: Gemeinsam mit Werner Hampel und den Schiedsrichterkolleginnen und Kollegen sind wir dabei ein neues Konzept dafür zu erarbeiten, wie mehr Schiedsrichter gewonnen werden können. Wir arbeiten darauf hin, dass dieses Konzept zur Sektionsversammlung am 21. März 2009 in Süß vorgestellt werden kann.
Frage: Um Sie auch als Privatmenschen ein wenig kennen zu lernen stelle ich Ihnen die Frage, wo Sie ihre persönlichen Stärken und wo Sie Ihre etwas schwächeren Seiten sehen.
Antwort: Meine Stärke sehe ich in der Heimatverbundenheit. Sehr gerne gehe ich mit meiner Familie und mit einigen Freunden wandern. Auf diese Freude musste ich während meiner Zeit als aktiver Kegler viele Jahre verzichten. Hinzu kommt, dass auch meine Frau den Kegelsport liebt, sie wurde 1979 Weltmeisterin. Das hatte zur Folge, dass durch die vielen Trainingseinheiten die ich und meine Frau aufbringen mussten, unsere Tochter sozusagen auf den Kegelbahnen aufgewachsen ist. Das hat natürlich den Vorteil, dass auch sie aktiv kegelt. Meine absolute Schwäche liegt darin, dass ich sehr schlecht „nein“ sagen kann. So ist auch zu verstehen, dass ich so viele Funktionen für den Kegelsport ausübe.
Herr Wimmel, ich bedanke mich für das Interview und wünsche Ihnen für die nächsten Jahre viel Gesundheit und Energie zur Verbesserung des Ansehens unseres Kegelsports in der Öffentlichkeit.
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Sektionsversammlung 2012
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