04. Februar 2012
8 online - max: 102
|
Schriftführer der Sektion Schere, Gotthard Fürstenfelder, heute im Gespräch mit dem Sportwart des ESV BW Wetzlar.
Frage: Herr Pitz, es ist nicht nur wichtig über Bundesligen zu berichten, ebenso wichtig ist es auch von mittleren und kleineren Vereinen zu berichten, um deren Meinung und Ansicht kennen und besser verstehen zu lernen. Können Sie mir als Sportwart sagen, wer der ESV BW Wetzlar ist und was kurz gefasst, dessen Entwicklungsgeschichte ist?
Antwort: Das mache ich sehr gerne. Also der ESV ist ein Eisenbahnersportverein, der schon am 23.04.1952 im alten Güterbahnhof von Wetzlar gegründet wurde. Dort haben wir bis 1976 gekegelt. 1976 haben wir dann am Bahnhof von Wetzlar eine neue 2 Bahnanlage gebaut und bis zum Jahr 2000 gekegelt. Dann haben wir recht kurzfristig erfahren, dass dieses Gelände seit dem 11. 11. 2000 verkauft ist und einem privaten Verwendungszweck zugeführt wurde. Zwar haben wir eine Entschädigung erhalten, die aber nicht ausreichte, um wieder eine neue Anlage zu bauen. So waren wir gezwungen, von 2000 bis 2003, in der August-Bebel-Schule unseren Sport auszuüben, bis wir uns entschlossen haben wieder zu bauen, aber jetzt eine 4-Bahnenanlage. Diese wurde am 13.06.2003 fertig gestellt, wo wir bis heute sind.
Frage: Wieviele Mitglieder hat Ihr Verein?
Antwort: Am 01.01.2008 hatten wir 153 Mitglieder, doch sei angemerkt, dass wir dem Tennis-, Wasser- und Angelsport angeschlossen sind und somit einer Mitgliederzahl von 500 bis 600 angehören.
Frage: Mit wie viel Mannschaften spielt der ESV zur Zeit?
Antwort: Wir spielen derzeit mit drei Herren und einer Damenmannschaft. Sehr stolz sind wir darauf, dass unsere Damen in der Regionalliga Süd nach dem 2. Spieltag den Platz 2 belegen konnten.
Frage: Nun kommt die von mir immer wieder gestellte Frage nach der Jugendarbeit. Was können Sie mir darüber sagen?
Antwort: Jetzt haben Sie einen Punkt angesprochen, der uns große Sorgen bereitet. Es ist uns durchaus bewusst, dass die Zukunft eines Vereins nur dann gesichert ist, wenn ausreichend Jugendliche zur Verfügung stehen. Hier ist leider unser Problem, denn trotz der vielen Aktivitäten die wir - gemeinsam mit der Stadt - durchgeführt haben, stehen uns nur 6 – 7 Jugendliche zur Verfügung.
Frage: Was sind die schönsten Erfolge im Kegelsport die Sie erreicht haben?
Antwort: Das beantworte ich sehr gerne, denn wir haben bei den Jugendmeisterschaften den 2. Platz belegen können. Auch hat es unser Sportkamerad Dr. Martens bis zur Hessenmeisterschaft geschafft.
Frage: War der ESV auch bei der Ausrichtung von Meisterschaften dabei?
Antwort: Aber selbstverständlich. Auf unserer Anlage wurde in diesem Jahr bereits die Hessenmeisterschaft der Jugend ausgetragen und im Jahr 2005 haben wir gemeinsam mit dem KSV Wetzlar die Bezirksmeisterschaften ausgerichtet.
Frage: Wie ist Ihre Einstellung zu dem Thema Großvereine?
Antwort: Zur Festigung der wirtschaftlichen Basis und bei einer Abstimmung darüber was im Kegelsport geschehen soll ist ein Großverein durchaus in der Lage. Doch wie es mit der zum Sport gehörenden Kameradschaft der Nachwuchsförderung aussieht sei dahingestellt. Für mich steht fest, dass die mittleren und kleinen Vereine keine Zukunftschance haben, da alle Vorschläge durch die Stimmenmehrheit der Großvereine abgeschmettert werden können. Auch bei der Ausrichtung von Meisterschaften greifen sich die Großvereine durch ihre Stimmenmehrheit die Filetstücke heraus und überlassen nur die weniger lukrativen Wettbewerbe den mittleren oder kleineren Vereinen. Ob das der Zukunft des Kegelsports dienlich ist, wage ich zu bezweifeln.
Herr Pitz, ich bedanke mich für das Interview und wünsche Ihnen als Sportwart noch viele Erfolge und weiterhin „Gut Holz“.
Anzeige
Sektionsversammlung 2012
[mehr] Sa. 18.02.12 bis Sa. 18.02.12 | Schere