04. Februar 2012
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Schriftführer der Sektion Schere, Gotthard Fürstenfelder, heute im Gespräch mit der kommissarischen Sportdirektorin Jutta Büchling, die auf so viele Erfolge zurückblicken kann, wie es wohl nur sehr wenige im Kegelsport geschafft haben.
Einige davon seien zum besseren Verständnis hier erwähnt:
- 4 Einsätze in der Nationalmannschaft Damen Schere;
- 15 Einsätze Hessenauswahlmannschaft Schere;
- 1983 Vize-Weltmeister im Damenpaarkampf Schere;
- 1999 Gewinnerin des internationalen Seniorenvergleich in
der Mannschaft Hessen Damen A in Frankreich;
- 2005 Weltmeister mit Damen A Nationalmannschaft Schere;
- 2007 Weltmeister mit Damen A Nationalmannschaft Schere;
- 1991 Deutscher Meister Vereinsmannschaft Damen Schere;
- 1996 Deutscher Meister Damen Einzel Schere;
- 1985 und 1994 Vize-Deutscher Meister Damen Einzel drei Bahnen;
- 1991 und 1992 dritter Platz Deutsche drei Bahnen Damen Einzel;
Der Platz würde nicht ausreichen, wollte man all ihre Titel bei den Klubmeisterschaften, den Deutschen Meisterschaften und den Hessenmeisterschaften sowohl in der Mannschaft, im Mix und im Einzel bis zum heutigen Tag aufführen.
Daher ist es nicht verwunderlich, dass die Sportler aber auch die Funktionäre, sehr gerne auf ihren Rat und auch auf ihre Anweisungen hören.
Frage: 1
Frau Büchling, es interessiert uns natürlich sehr, wann, wo und wie Sie zum Kegelsport kamen?
Antwort:
Aus dem fernen Herbornseelbach im Lahn-Dillkreis bin ich 1972 in Kassel (Heirat) und den damit verbundenen Gesellschaftskegel-Klub, in dem sich Familienmitglieder und Sportkegler befanden, zum Kegeln gekommen. Damals habe ich zum ersten Mal eine Kegelbahn gesehen. Eine dieser Sportkeglerinnen hat wohl mein Talent entdeckt und mich zum Sportkegeln im KKV Kassel animiert.
Frage: 2
Es ist ja inzwischen bekannt, dass bei allen Interviews nach Vorschlägen gefragt wird, um die negative Entwicklung im Kegelsport zu stoppen. Können Sie sich als kommissarische Sportdirektorin mit Ihren weltweiten Erfahrungen erklären, warum im Kegelsport ein ständiger Rückgang zu verzeichnen ist?
Antwort:
Ich denke, dass dies an der heutigen Zeit liegt. Es gibt mehrere Angebote wo, wann und wie man seine Freizeit oder seine sportlichen Fähigkeiten ausüben kann. Früher, so kann ich heute sagen, kamen die Sportkegler aus den eigenen Reihen. Entweder wie bei mir durch die Verwandtschaft oder den Freundeskreis (es wurde sehr oft von Generation zu Generation übertragen). Man hat sich zum Gedankenaustausch getroffen und die Kinder mitgenommen; es war noch mehr der Zusammenhalt in der Gemeinschaft, was heute leider nicht mehr so ist.
Frage 3
Welche Möglichkeiten sehen Sie, diese Entwicklung zu stoppen und ins Positive umzukehren?
Antwort:
Das Kegeln als Leistungssport braucht eine bessere Lobby und müsste in den Medien besser zur Geltung kommen. Um es mit meinen Worten zu sagen, man muss es an den Mann bringen. In einigen Bundesländern werden die Meisterschaften durch die 3. Programme der Fernsehanstalten übertragen, was aber für die Verantwortlichen viel Arbeit mit sich bringt. Der Kegelsport muss aus dem Keller und der negativen Ecke (Gesellschafts-/Schoppekegler) heraus. Was Kegeln als Leistungssport bedeutet wissen nur Insider. Wer heute Sportkegler ist oder wird, ist ein Idealist oder hat Sportkegler in der Familie bzw. im Freundeskreis.
Frage: 4
Besonders schmerzlich ist natürlich der Rückgang bei den Jugendlichen, sowohl bei weiblich U23 wie auch männlich U23, Es gibt inzwischen leider Vereine, die nicht mehr in der Lage sind eine Jugendmannschaft zu stellen. Hier ist dringend Abhilfe zu schaffen. Was können Sie empfehlen?
Antwort:
Wie schon gesagt es ist eine Generationsfrage und da ist jeder Verein selbst gefordert, junge Mitglieder zu werben.
Frage: 5
Sollten von Seiten des Verbandes mit mehr Lehrgängen und vor allen Dingen mit einer kostengünstigen, modernen und attraktiven Sportausbildung die Jugendlichen begeistert werden?
Antwort:
Im DSKB werden Lehrgänge modern und attraktiv durch geschulte A-Trainer absolviert. Jugendliche die im DSKB – Nationalkader sind kommen aus den Landesverbänden. Im DSKB werden sie gefördert und zur Hochleistung ausgebildet, um dann an den Europa- bzw. Weltmeisterschaften teilzunehmen.
Frage: 6
Von Zeit zu Zeit hat man das Gefühl, dass von der Verbandsseite nur die 1. und vielleicht noch die 2. Bundesliga zählt. Alle Termine und Wünsche der nachfolgenden Ligen, insbesondere der Jugendlichen, stehen hinten an. Können Sie diesem Gefühl zustimmen und wie kann eine Begeisterung auf alle Ligen übertragen werden?
Antwort:
Der DSKB ist nun mal das höchste Organ im Scherekegelsport und ist für die höchste Spielklasse verantwortlich. Der DSKB erstellt einen Sportkalender in dem alle Bundesliga-Spieltermine wie, „Deutschen Meisterschaften Erwachsene“, die „Deutschen Meisterschaften der Jugend“, sowie alle „internationalen Turniere“ festgelegt sind. Des Weiteren werden dort auch die Lehrgänge der National-Kader und die Termine für Länderspiele festgelegt. Der DSKB ist dem DKB, der NBS (Ninepin Bowling Schere) und der WNBA (World Ninepin Bowling Association e.V.) untergeordnet und hat deren Termine ebenfalls zu beachten.
Um auf Ihre Frage mit den Jugendterminen oder Liga-Terminen zurückzukommen, muss ich sagen dass diese Terminierung den einzelnen Landesfachverbänden an heim gestellt ist wie sie diese Termin gestalten (eine reine Jugendliga gibt es im DSKB nicht).
Frage: 7
Halten Sie die vom Verband zugeteilten Finanzmittel für ausreichend und werden diese Mittel gerecht verteilt?
Antwort:
Sollte es sich bei dieser Frage um den HKBV handeln kann ich mir kein Urteil bilden.
Frage: 8
Auf welchem Gebiet haben Sie sich besondere Schwerpunkte gesetzt und wie können diese umgesetzt werden?
Antwort:
Als DSKB – Sportwart / komm. Sportdirektor bin ich bemüht den Kegelsport spannender und attraktiver zu gestalten. Unter anderem mit kürzeren Instanzen in den Einzeldisziplinen bei Deutschen Meisterschaften, so wie gemeinsam mit meinen Sportkollegen nach Möglichkeiten zu suchen in Zukunft ein neues Spielsystem auszuarbeiten, damit die Mannschaftsdisziplinen in den Bundesligen nicht mehr so langatmig sind. Bei dem jetzigen Spielsystem, 120 Kugeln pro Spieler dauert ein Durchgang länger als eine Halbzeit beim Fußball. Die Zuschauer / und oder die Medien müssen schneller erkennen können wer einen Sieg oder eine Niederlage hinnehmen muss.
Frage 9
Sind Sie mit dem Leistungsstand der hessischen Kegler bei Landesmeisterschaften zufrieden oder ist ein Nachholbedarf zu anderen Ländern gegeben? Wenn ja, was werden Sie unternehmen den Leistungsstand zu verbessern?
Antwort:
Innerhalb des HKBV ist die Leistung in Ordnung, nur wer sich zur Deutschen Meisterschaft qualifiziert der muss schon noch eine Schippe drauflegen. In den anderen Landesverbänden ist die Leistungsdichte und die Konkurrenz der Sportkegler viel höher als im HKBV.
Es gibt allerdings auch in Hessen Ausnahmen, wie zum Beispiel am 25.05.2008 bei der DJM in Trier zu sehen war. Der gute Nachwuchskegler vom KV-Sontra, Daniel Hofmann, der bei Einzel männl. Jugend U18, mit 913 Holz Deutscher Meister wurde. Alle Achtung! Wer sich bei einer DM behaupten kann, sollte den Kegelsport nicht aufgeben und von seinem Verein und Landesverband gefördert und auch mal mit etwas Gutem belohnt werden.
Hier von meiner Seite aus ein Lob an alle Heimtrainer/Verbandstrainer ohne die es nicht geht. Herzlichen Glückwunsch.
Frau Büchling, ich bedanke mich für das Interview und wünsche Ihnen stets gute und motivierende Ideen die zur Zukunftssicherung des Kegelsports beitragen
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Sektionsversammlung 2012
[mehr] Sa. 18.02.12 bis Sa. 18.02.12 | Schere