![]() Verbandschatzmeister Klaus Rückert |
Schriftführer der Sektion Schere, Gotthard Fürstenfelder, heute im Gespräch mit dem Schatzmeister des HKBV Klaus Rückert.
Frage:
Herr Rückert, bei der Sektionsversammlung Schere/Bohle waren Sie anwesend um Fragen der Mitglieder zu beantworten, doch gibt es Fragen die uns interessieren, für die aber bei der Versammlung keine Zeit vorhanden war. Sehr dankbar bin ich Ihnen, dass Sie sich bereit erklärt haben dieses Interview zu führen.
Welchen Anteil hat die Sektion Schere/Bohle in den Sektionen, also Classic, Bowling und Schere?
Antwort:
Die Sektion Schere/Bohle ist 2008 für 1631 Aktive incl. Jugend zuständig. Classic betreut 2008, 5433 Aktive incl. Jugend und die Sektion Bowling ist für 1202 Aktive incl. Jugend dienstbereit.
Frage:
Werden alle Zuteilungen für die Sektionen nach dem Anteilschlüssel vergeben, oder gibt es durch bestehende Traditionen davon bweichende Vergaben?
Antwort:
Die Kaderzuteilungen erfolgen nach aktiven Mitgliedern des Verbandes. Die vom Verband zur Verfügung gestellten Gesamtmittel, geteilt durch alle Aktiven des Verbandes, multipliziert mit den Aktiven der Sektion ergeben die Zuteilungen an die Sektionen. Dort wird dann der Sektionsanteil noch nach Stützpunkten verteilt. Bei Schere/Bohle in die Stützpunkte Süd und Ost, sowie den E-Kader und den DC Kader. Bei Classic in die Stützpunkte Bezirk 1, 2, 3, 4, 5, und den E Kader sowie den DC Kader. Bei Bowling in den E/F Kader und den DC Kader.
Frage:
Betrachtet man sich die in Ihrem Jahresbericht aufgeführte Gewinn und Verlustrechnung, so kommt es einem vor, als wenn diese nicht so ganz den tatsächlichen Mitgliederzahlen entsprechen würde. Kann das sein?
Antwort:
Die Zuschüsse des HKBV für die Sektionen werden jährlich vom Gesamtvorstand des HKBV, zu dem auch die Sektionsleiter gehören, festgelegt und sind unabhängig von der Mitgliederzahl in den Sektionen. Da die Sektionen bei der Durchführung des Sport- und Spielbetriebes weitgehend autark sind, kommen zu diesen Zuschüssen des Verbandes noch die Einnahmen der Sektionen, welche aus dem Sport- und Spielbetrieb resultieren. Indirekt erhalten die Sektionen noch die zugeteilten Mittel für die Kadermaßnahmen. Auch der Zuschuss zum Lehrwesen von 10.500 € pro Jahr, kommt indirekt den Sektionen zu Gute, denn gute Trainer sind das Rückgrat des Sports. Die Zuwendungen richten sich primär nach dem Bedarf in den Sektionen.
Frage:
Die Trainer (Kader) beklagen sich sehr häufig darüber, dass der Verwaltungsaufwand ein nahezu unerträgliches Ausmaß annimmt und nur auf Kürzungen ausgerichtet sei, obwohl gerade im Jugendbereich stete Einsparungen dem Kegelsport schaden können. Wird vom Verband die Ausbildung der Jugendlichen als lästiges Übel betrachtet?
Antwort:
Die Gesamtsumme der beantragten Mittel für Kadermaßnahmen beläuft sich derzeit auf über 60.000 € pro Jahr für alle Sektionen. Da aber nur 40.000 € an Mitteln vorhanden sind, muss hier nach dem unter Antwort 2 bereits erläutertem System verfahren werden.Die Zuschüsse der öffentlichen Hand (HMI = Hess. Ministerium des Innern + LAL = Landesausschuss für Leistungssport des LSBH) sind in den vergangenen fünf Jahren von jährlich 18.000 € auf knapp 11.000 € zurückgegangen. Nur durch die Umsicht und den Einsatz des Vorstandes des HKBV war gewährleistet, dass auch weiterhin 40.000 € pro Jahr für Kadermaßnahmen aufgewendet werden konnten. Dabei sind vorgegebene Planungs- und Abrechnungsmodalitäten einzuhalten. Normalerweise sind für solche Informationen die jährlich stattfindenden Verbandssportausschusssitzungen vorgesehen, bei denen auch die neuesten Erkenntnisse aus dem Lehrwesen vermittelt werden sollen. Ich würde mir wünschen, dass bei der Kaderarbeit, den Planungen und besonders den Abrechnungen, etwas mehr Sorgfalt auf den Einsatz der Trainer und Spieler gelegt wird. Beispiel: 2 Trainer , 4 Bahnen, 4 Zeitstunden für 8-12 Kadermitglieder. Natürlich braucht der Verband Jugend, finanziell unterstützt der Verband seit Jahren Projekte mit Schulen. Im Scherebereich dies war in den letzten fünf Jahren nur der KSF Herborn, SKV Eschwege und der KSV Limburg, die Projekte in Kooperation mit dem Verband abriefen. Die Vereine brauchen nur Anschriften von Schulen und den dortigen Ansprechpartner mitzuteilen und die Bahnen kostenfrei zur Verfügung zu stellen, der Rest wird vom Verband erledigt.
Frage:
Welchen Rat können Sie Trainern und Schiedsrichtern geben um das Negativbild durch eine Aufklärung umzukehren?
Antwort:
Unser Sport ist für mich der Tollste, den ich mir vorstellen kann. Leider machen sich die meisten Sportler keine Gedanken darüber, was unterhalb der Schädeldecke während eines Bewegungszyklusses passiert. Alle sehen nur die Kugel von der gewollten Linie abweichen. Das Warum? wird verdrängt und die Fehler bei der Bahn oder dem Umfeld gesucht. Sportkegeln ist ein Sport der sehr hohe Anforderungen an Konzentration (zielgerichtet), Koordination (Arme, Beine, Körper und Kopf) und Kondition(allg. Ausdauer) stellt.
Frage:
Auf die Frage wie der Mitgliederschwund gestoppt werden kann, habe ich erfahren, dass gerade Sie sich sehr stark dafür einsetzen, dass in den Schulen das Kegeln als Schulsport aufgenommen wird. Briefe an die Schulen mit Unterstützungszusage werden von Ihnen verschickt, wenn Sie von den Vereinen dazu aufgefordert werden. Welche Erfahrung haben Sie bisher gemacht und welche Angaben benötigen Sie?
Antwort:
Wir haben hierfür im Vorstand ca. 2000 € Etat aufgestellt um zielgerichtet für die Vereine tätig zu werden. Leider sind es nur ein paar Vereine in ganz Hessen, die die Mithilfe des Verbandes anfordern. Dort wo Projekte stattfanden und vom Verein unterstützt wurden, konnten durchaus Erfolge erzielt werden. Es bedarf aber auch einer kontinuierlichen Arbeit in den Vereinen um Jugendliche bei der Stange zu halten, oder Neue zu werben. Jugendarbeit ist nun mal sehr arbeits- und zeitintensiv. Nicht immer sollte der, der die meiste Zeit hat Jugendarbeit leisten, hier sollten die Vereine mehr auf Teamarbeit setzen und mehrere Personen in die Jugendarbeit involvieren. Wie bereits ausgeführt, Anschriften von Schulen und die dortigen Ansprechpartner können ein erster Anfang sein.
Frage:
Haben Sie weitere Möglichkeiten, die Vereine bei der Bemühung nach neuen Mitgliedern, insbesondere im Jugendbereich, zu unterstützen?
Antwort:
Auf der Home Page des HKBV unter HKBV-ev.de können unter der Rubrik Verband/Öffentlichkeitsarbeit bereits seit zwei Jahren Anregungen und fertige Konzepte abgerufen werden, die nur noch auf den jeweiligen Vereinen eingestellt werden müssen.
Frage:
Sie haben alle Fragen an Sie ausführlich, sachlich und gut verständlich beantwortet. Was war Ihr bisheriger Werdegang beim HKBV und was wünschen Sie sich von den Vereinen im Bereich gedeihliche Zusammenarbeit?
Antwort:
Es war mir eine Freude über meine Tätigkeiten für den Verband berichten zu dürfen. Ich bin jetzt seit Febr. 1992 in verschiedenen Funktionen für den HKBV tätig gewesen. 1992 – 1996 als Verbandslehrwart u.a. die Neustrukturierung des Lehrwesens auf den heutigen Stand. 05/1996 – 09/2000 als Verbandssportwart u.a. mit der Angleichung der Kadermaßnahmen in den Sektionen. 10/2000 bis heute als Verbandsschatzmeister u.a. mit der Neustrukturierung der Verbandsfinanzen und der Transparenz der Mittelverwendung und Umstellung auf Bilanzierung. Es wäre gut für unseren Sport, wenn sich in den Vereinen etwas mehr Aktionismus breit machen würde. Manchmal muss man außergewöhnliche Wege gehen um Erfolge zu feiern. Je größer der Verein, umso mehr Hände für die zu leistende Arbeit sind vorhanden. Weiter sollten wir unseren Sport besser repräsentieren und die besonderen Anforderungen, wie Koordination, Konzentration und Kondition herausarbeiten. Welche Sportart kann sich schon mit diesen drei Attributen schmücken – eine 2,8 kg schwere Kugel, ca. 20 m weit zu rollen und dann noch 9 Kegel treffen zu wollen?
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Herr Rückert, ich bedanke mich für das Interview und wünsche Ihnen für Ihre weitere Arbeit im Verband, so wie in der Zusammenarbeit mit den Sektionen eine glückliche Hand und viel Erfolg.